Das Wunsch- und Wahlrecht: Hilfe für die Argumentation

    Liegt bei einem Versicherten ein nachvollziehbarer Grund für die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung vor, muss das Wunsch- und Wahlrecht von den Kostenträgern berücksichtigt werden.



    Entscheidungen in Einzelfällen

    Kommt es zu einer Ermessensentscheidung für Einzelfälle, müssen die Rehabilitationsträger zwei verschiedene Beweggründe der Versicherten beachten:

    • Medizinische Erfordernisse
    • Persönliche Wünsche und Bedürfnisse

    Auch wenn eine Klinik wirtschaftlicher für die Krankenkasse ist, darf dies nicht als Grund herangezogen werden, wenn beim Versicherten medizinische Erfordernisse oder persönliche Bedürfnisse vorliegen, die die Wahl des Patienten berücksichtigen. Bestehen Kooperationen zwischen Krankenkassen und Kliniken, steht dem Patienten durch das Wunsch- und Wahlrecht trotzdem die Auswahl der Einrichtung frei. Fällt die Krankenkasse eine Entscheidung bezüglich der Rehabilitationsmaßnahmen, muss der Versicherte diese nachvollziehen und verstehen können.



    Medizinische Erfordernisse

    Sind bei der Entscheidung des Patienten für die Auswahl der Reha-Einrichtung mit Versorgungsvertrag medizinische Bedürfnisse von Bedeutung, müssen die Krankenkassen diese Wünsche annehmen. Dabei stehen den Kostenträgern keinerlei Alternativen zur Verfügung, der Versicherte hat rechtlichen Anspruch auf eine von ihm gewünschte Klinik. Um die medizinischen Gründe genauer verdeutlichen zu können, hier ein paar Fälle, bei denen das Wunsch- und Wahlrecht beim Patient greift:

    • Fall 1: Der Versicherte benötigt eine spezifische Therapie, die in der Rehabilitationseinrichtung angeboten wird
    • Fall 2: Beim Versicherten spielen psychische Aspekte bei der Heilbehandlung eine Rolle, daher er eine spezielle Einrichtung. Hierbei kann eine begleitende Stellungnahme eines Psychiaters oder Neurologen behilflich sein.
    • Fall 3: Ist der Erfolg der Behandlung abhängig von der medizinischen Herangehensweise einer bestimmten Einrichtung, steht dem Patienten das Wunsch- und Wahlrecht zu.
    • Fall 4: Ist eine Kooperation von verschiedenen Fachabteilungen für den Rehabilitationserfolg notwendig, gilt dies als medizinischer Grund für eine freie Wahl der Klinik.
    • Fall 5: Beim Patienten haben bereits begonnene ambulante Behandlungen mit speziellen Therapierichtungen stattgefunden. Um den Erfolg der Reha gewährleisten zu können, müssen auch die vorgesehenen nachbereitenden ambulanten Heilbehandlungen vorgenommen werden (medizinisches Gesamtkonzept).
    • Fall 6: Der Patient muss bei seinem Aufenthalt in der Reha-Einrichtung frei von besonderen Barrieren sein, wie zum Beispiel Aufzüge oder Rampen für Rollstuhlfahrer.
    • Fall 7: Ist der Versicherte besonders besuchsbedürftig oder besitzt eine eingeschränkte Transportfähigkeit, darf eine Klinik in Wohnortnähe in Anspruch genommen werden.
    • Fall 8: Ist das Verhältnis zur persönlichen Umgebung des Patienten zerfahren, darf eine Einrichtung in Wohnortferne bevorzugt werden.
    • Fall 9: Der Erfolg der Reha ist abhängig von speziellen Struktur- bzw. Prozessqualitäten einer bestimmen Rehabilitationseinrichtung.


    Persönliche Wünsche und Bedürfnisse

    Liegen beim Patienten persönliche Wünsche oder Bedürfnisse in Bezug auf die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung vor, müssen die Krankenkassen diese berücksichtigen und umsetzen. Fälle, in denen das Wunsch- und Wahlrecht eine Rolle spielen, können sein:

    • Fall 1: Die Versicherten hatten bereits in der Vergangenheit positive Erfahrungen mit einer bestimmten Klinik gesammelt.
    • Fall 2: Wenn Patienten der deutschen Sprache nicht mächtig sind, dürfen sie Therapieangebote in der Muttersprache beantragen.
    • Fall 3: Die persönliche Lebenssituation wie beispielsweise besondere Bedürfnisse bei einer behinderten Mutter und einem behinderten Vater oder Kind fällt auch unter den Bereich des Wunsch- und Wahlrechts.
    • Fall 4: Je nach Verhältnis zu den Angehörigen und Verwandten, kann eine Klinik in Wohnortnähe bzw. Wohnortferne in Anspruch genommen werden (örtliche Verhältnisse).


    Tragung von Mehrkosten

    In dem für die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) geltenden Sachleistungsprinzip steht geschrieben, dass die Krankenkasse die Leistungen der Reha dem Versicherten zur Verfügung stellen muss. Die anfallenden Kosten für die Reha-Leistungen übernimmt die Krankenkasse des Patienten wegen der vertraglichen Beziehung zwischen Krankenkasse und Rehabilitationseinrichtung.

    Speziell für Mütter und Väter gibt es neben dem Wunsch- und Wahlrecht keine weitere Möglichkeit für eine freie Auswahl einer bestimmten Einrichtung. Dadurch entstehen bei diesen Leistungen keine Mehrkosten für die Patienten.



    Durchsetzung des Wunsch- und Wahlrechts

    Wird der Anspruch auf eine freie Wahl der Klinik von der Krankenkasse abgelehnt, kann der Versicherte dagegen Widerspruch einlegen. Jeder zweite Widerspruch in Deutschland gilt als erfolgreich.

     

    Zusatzantrag 

    Nutzen Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht für die Johannesbad Fachklinik und Gesundheitszentrum Raupennest! 

    Dafür stellen wir Ihnen HIER den Zusatz zu Ihrem Antrag auf Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung zur Verfügung.